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„Die alternativen Antriebe kommen jetzt auf Touren"

Prof. Dr. Werner Tillmetz vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zählt zu den renommiertesten deutschen Forschungsinstitutionen auf den Gebieten Energiesystemanalyse, Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. Bei Batterien und Brennstoffzellen ist es das größte unabhängige Forschungs- und Technologietransfer- zentrum in Europa. An den drei Standorten Stuttgart, Widderstall und Ulm sind derzeit rund 150 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Vor der zweiten Expo für nachhaltige Mobilität „the electric avenue" von 3. bis 6. Juni 2010 auf dem Messegelände in Friedrichshafen, gibt Vorstand Prof. Dr. Werner Tillmetz Auskunft über die Auto-Antriebe der Zukunft.

Der Experte ist überzeugt, dass die Autoindustrie diese Herausforderungen sehr ernst nimmt: „Es passiert seit Jahren sehr viel hinsichtlich alternativer Antriebskonzepte“, ist Prof. Werner Tillmetz überzeugt. Daimler habe bereits 1994 das erste Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt. Seitdem investierte das Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro in die Brennstoffzellen-Entwicklung. Mit über 100 Testfahrzeugen und mehr als 4,5 Millionen gefahrenen Kilometern verfüge der Stuttgarter Automobilhersteller über eine der größten Brennstoffzellen-Fahrzeugflotten aus Personenwagen und Bussen weltweit. Die Kleinserienproduktion der B-Klasse F-CELL startete Ende 2009. Der erste Prototyp der neuen Generation von Brennstoffzellenbussen werde ebenfalls in diesem Jahr vorgestellt.

Spannend ist auch das Thema Clean Energy Partnership (CEP), an dem die Mineralölwirtschaft, Energieversorger sowie die Gas- und Automobilindustrie beteiligt sind. In Berlin und Hamburg seien, so Prof. Tillmetz, 40 Wasserstofffahrzeuge im täglichen Einsatz. „Ziel der CEP ist es, die Alltagstauglichkeit des Energieträgers Wasserstoff als Kraftstoff in Fahrzeugen zu demonstrieren und die Infrastruktur zur Betankung der Fahrzeuge zu erproben.“ Von den derzeit knapp 30 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland seien sieben in einem öffentlichen Tankstellenbetrieb integriert. Deutschland sei damit klarer Vorreiter in Europa.

Weltweit gibt es weitere Aktivitäten seitens der Automobilindustrie: Elektrofahrzeuge wie MiniE von BMW, Tesla Roadster, Toyota Prius, Smart, Audi E-tron, Nissan, Opel Ampera sind bereits unterwegs. Darüber hinaus haben führende Automobilhersteller vor kurzem eine gemeinsame Absichtserklärung zur Entwicklung und Markteinführung von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle bekannt gegeben. Sie gehen ab 2015 von mehreren hunderttausend Fahrzeugen weltweit aus. Die Partner der Initiative „H2 Mobility" sind Daimler, EnBW, Linde, OMV, Shell, Total, Vattenfall und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. „Entscheidend für die konsequente Umsetzung in der Produktion ist eine enge Koordination zwischen Politik, Industrie und Forschung“, stellt Prof. Werner Tillmetz fest.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums seien bis 2020 eine Million Elektroautos geplant. Dieser Anteil sei noch gering, da in zehn Jahren 45 Millionen Autos auf deutschen Straßen rollen werden. Nach Ansicht von Prof. Tillmetz stehe Strom aus erneuerbaren Energien (EE) mehr als genug zur Verfügung. Im Jahr 2020 benötigen 1,5 Millionen Elektroautos etwa 2,4 TWh. Verfügbar wären dann in Deutschland 178 THw aus erneuerbaren Energien.
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